Jahreskonzert 2017

Musikalisch ab in den Norden

Das Jahreskonzert der Stadtmusik Neuenburg am Rhein unter der Leitung von Gregor Heinrich kam beim Publikum bestens an .

Eine musikalische Reise in den hohen Norden unternahm die Stadtmusik Neuenburg (Leitung: Gregor Heinrich) mit dem begeisterten Publikum. Foto: Bianca Flier

NEUENBURG AM RHEIN. Bei ihrem Jahreskonzert unternahm die Stadtmusik Neuenburg am Rhein unter der Leitung von Gregor Heinrich mit dem Publikum eine musikalische Reise in den hohen Norden. Auf den Spuren einer Gruppe von Motorradfreunden, die in den 1990-Jahren eine Exkursion zum Polarkreis unternommen hatte, präsentierten die Musikerinnen und Musiker ausgewählte Werke, welche die Stimmungen der großen Biker-Tour wiedergaben.

Dazu wurden Dias gezeigt, die während der Reise entstanden sind und Erlebnisimpressionen rezitiert. Vorstandsmitglied Daniel Terhardt konnte zahlreiche Freunde der Blasmusik im Stadthaus begrüßen. Das Programm wurde gestaltet vom Schulorchester der Grundschule Neuenburg, dem Jugendorchester, der Big Band, dem Klarinetten-Ensemble und dem Hauptorchester der Stadtmusik. Den Auftakt machte das Schulorchester mit zwei kleinen Stücken für Anfänger, in welchen die Aufregung und die nervöse Hektik der Reisevorbereitungen reizvoll eingefangen waren. Das Schulorchester ist eine Kooperation der Grundschule Neuenburg mit der Musikschule Markgräflerland und der Stadtmusik und wird von der Stadt Neuenburg gefördert. Die junge Formation, bestehend aus Geige, zwei Saxophonen und elektrischem Klavier, wurde begleitet vom Schlagwerk der Stadtmusik und spielte erstaunlich souverän. Das Jugendorchester der Stadtmusik, dem neben drei Klarinetten und zwei Trompeten auch ein Euphonium angehört, bot drei Vorträge, die den Zauber bekannter Kinderfantasien wiedergaben: „Michel aus Lönneberga“, „Hey Hey Wicky“ und „Hey Pippi Langstrumpf“. Schul- und Jugendorchester spielten dann noch gemeinsam die Filmmelodie zu „Fluch der Karibik“. Eine tolle Leistung der jungen Leute! Gregor Heinrich, der sämtliche Arrangements für die Vorträge der Kinder und Jugendlichen geschrieben hat, versteht es offensichtlich, zu motivieren und Mut zu machen. Mit fruchtbarem Ergebnis, wie auch der herzhafte Applaus zeigte.

Das Klarinettenensemble der Stadtmusik erfreute daraufhin die Hörer mit einer wunderschönen Bläser-Adaption des „Nimrod“ aus Edward Elgars „Enigma Variationen“. Die geheimnisvolle Stimmung des Stücks, das von Jeanie Murrow arrangiert wurde, war überzeugend getroffen.

Die Big Band des Orchesters ließ danach einen gemütlichen „Blues Shuffle“ und ein fetziges „Funkissimo“ erklingen. Insbesondere das furiose Schlagzeugsolo von Oliver Lenz war ein echtes Kabinettstückchen.

Der zweite Programmteil wurde vom Hauptorchester der Stadtmusik gestaltet, und begann – immer auf den Spuren der Motorradfreunde – mit „Norway Impressions“ von Alfred Bösendorfer. Schön ausgemalt waren die sieben kleinen Sätze, besonders der hymnische Einstieg, die rhythmischen Elemente eines Volkstanzes und das „Getöse“ eines machtvollen Sturmes.

Edvard Griegs „Peer Gynt Suite“ Nr. 1 im Bläserarrangement von Joseph Heckle entführte die Hörer in die Welt der nordischen Sagas, wo der Held Abenteuer bestehen muss, die musikalisch perfekt in Szene gesetzt wurden: die besinnliche „Morgenstimmung“, die Trauer um „Ases Tod“, der orientalische Zauber von „Anitras Tanz“ und schließlich als Höhepunkt die unheimlichen, bedrohlichen Klänge „In der Halle des Bergkönigs“.

Ein weiteres sinfonisches Werk, „A Vikings Tale“ von Kevin Houben, bot dem Orchester die Möglichkeit, alle Facetten seines interpretatorischen und technischen Könnens überzeugend zu demonstrieren: Romantik, Drama, lyrische und aufregende Szenen, die schließlich ergreifend in das Happy End einer Liebesgeschichte münden. Ein Höhepunkt des Abends!

Ein Bonbon stellte „Highland Cathedral“ von Michael Korb dar, ein beliebtes Stück, das mittlerweile zur „Hymne“ vieler Blasmusik-Festivals geworden ist. Der Vortrag war auch eine Anspielung auf den Besuch der Motorradfreunde in der berühmten Eismeerkathedrale im norwegischen Tromsoe. Mit „Artic Fire“ (Robert Buckley), einer Hommage an das geheimnisvolle Polarlicht dem flotten Marsch „Blond and Swedish“ von Luigi di Ghisallo und einem Medley bekannter Abba-Melodien ging das Programm zu Ende. Doch natürlich war da noch eine Zugabe fällig, die mit „Irish Dream“ gerne gewährt wurde.

Zwischen den musikalischen Beiträgen zitierte der Orchestermusiker Michael Steiert immer wieder Erlebnisse der Motorradfreunde, kleine Episoden dieser fantastischen Reise, die von Neuenburg über Hamburg und Helsinki bis zur Eismeerstraße und dem Polarkreis führte. Eine stimmungsvolle Moderation zu den aufgeführten Werken!

Über die Ehrungen berichten wir gesondert.

Quelle: Badische Zeitung

von Bianca Flier

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